Kredite – Diese Änderungen kommen 2016 auf Verbraucher zu

Kredite – Diese Änderungen kommen 2016 auf Verbraucher zu


Seit dem 21. März 2016 gelten neue EU-weite Standards für Immobilienkredite, welche Verbraucher stärker schützen sollen. Banken und Kreditinstitute sind nun dazu verpflichtet, bei der Vergabe von Baukrediten zur Immobilienfinanzierung ihre Kunden besser zu beraten und deren Kreditwürdigkeit strenger zu prüfen.

Zudem gilt für Immobilienkredite nun ein weitgehendes Verbot hinsichtlich Kopplungsgeschäften. Geschäfte solcher Art versehen das Darlehen des Kreditanbieters mit anderen Finanzprodukten oder –diensten, wie beispielsweise Sparkonten, Pfandbriefen oder Versicherungen. Nicht betroffen von diesem Verbot sind Produkte wie Bausparverträge oder Riester-Sparverträge, da diese durchaus im Interesse des Verbrauchers liegen können.

Wie bei allen anderen Immobilienfinanzierungen gilt ab sofort das Widerrufsrecht für Verbraucher auch bei Null-Prozent-Finanzierungen. Diese Änderungen sah die EU-Richtlinie für Wohnimmobilien-Kredite vor und Deutschland war angehalten, diese bis spätestens zum 21. März 2016 umzusetzen. Allerdings wurde mit der Neuregelung das „ewige Widerrufsrecht“ für Immobilienkredite mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung gekippt. Dieses galt für Immobiliendarlehen, die zwischen dem 1. November 2002 und 2010 abgeschlossen wurden, da die angefügten Widerrufsbelehrungen mit Fehlern behaftet waren. Dieses erlischt zukünftig nach einem Jahr und 14 Tagen. Für bestehende Altverträge gilt jedoch noch eine dreimonatige Übergangsfrist, welche bis zum 21. Juni 2016 Gültigkeit besitzt.

Auch der Dispositionskredit unterliegt Änderungen

Wenn ein Bankkunde sein Konto dauerhaft oder in erheblichem Maße überzieht, sind Banken ab sofort zur Beratung über kostengünstigere Alternativen zum Dispokredit verpflichtet. Diese Verpflichtung tritt ein, wenn ein Kunde über sechs Monate hinweg durchgängig mindestens 75 Prozent des eingeräumten Überziehungslimits nutzt. Ein anderer verpflichtender Beratungsfall tritt ein, wenn das Kundenkonto bei geduldeter Überziehung über drei Monate hinweg durchschnittlich um mehr als 50 Prozent des monatlichen Geldeingangs überzogen wird. Die Beratung muss per Telefon oder in einem persönlichen Gespräch stattfinden, wobei Ort und Zeitpunkt zu dokumentieren sind. Sollten die erwähnten Voraussetzungen erneut auftreten, gilt es das Angebot zu wiederholen. Zudem müssen Banken und Kreditinstitute eindeutig und unverschleiert über die Höhe der Dispo-Zinsen informieren und diese auch gut sichtbar auf ihrer Webseite präsentieren.

Vorrangiges Ziel dieses vom Bundeskabinett entworfenen Gesetzes, welches letztlich wie ein gesetzlich verankerter Kreditvergleich zum Umschulden wirkt, ist es, die Verbraucher vor der Zahlungsunfähigkeit zu schützen. Verstößt ein Institut gegen seine Prüfpflicht, dann darf ein Kunde seinen Kreditvertrag umgehend kündigen, ohne Entschädigung zahlen zu müssen. Auch diese Gesetzesänderung trat zum 21. März in Kraft.



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