Wie fordere ich Kreditgebühren zurück?

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Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Verbraucher zu Unrecht erhobene Kreditgebühren von den Banken zurückbekommen. Diese Chance wird den Kreditnehmern eingeräumt, doch müssen sie schnell handeln, sonst droht die Verjährung. Wie Sie ihre Ansprüche geltend machen und sichern, verraten wir Ihnen.

Jahrelange haben Bankinstitute Gebühren beim Abschluss von Krediten von ihren Kunden verlangt - zu Unrecht. Wenn eine Bank für ihr Angebot eine Bearbeitungsgebühr verlangt hat, dann muss sie diese an den Kunden zurückzahlen. Dies gilt übrigens auch für ältere Verträge, hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden (Az.: XI ZR 348/13 und 17/14).

Die Rückzahlungsansprüche des Verbrauchers  verjähren demnach erst nach zehn Jahren. Verbraucher, die einen Kreditvertrag ab dem 29. Oktober 2004 abgeschlossen haben und dabei die für unzulässig erklärten Kreditgebühren gezahlt haben, können diese zurückverlangen - jedoch nur noch bis zum 31. Dezember 2014. Kunden müssen also schnell aktiv werden. Von Seiten der Verbraucherschützer heißt es, dass Kunden ihre Ansprüche schnellstens per Musterbrief geltend machen sollen. Für alle, die ihren Kredit vor dem 29. Oktober 2004 in Anspruch genommen haben, gilt dieser Anspruch nicht mehr, da er verjährt ist. Daher alle Kredite vergleichen und schauen ob Sie in Ihren Unterlagen nicht zulässige Gebühren finden.

Gilt das Urteil auch für mich?

Wenn Sie in den vergangenen zehn Jahren einen Kredit in Anspruch genommen haben, sollten Sie Ihre Unterlagen schnellstens auf die Worte „Bearbeitungsgebühr“, „Bearbeitungsentgelt“ oder Ähnliches durchsuchen. Manche Institute geben diese Summe direkt an, andere als Prozentbetrag des Nettodarlehens. Des Weiteren können auch Zinsen, welche auf diesen Betrag angefallen sind, vom Kunden zurückverlangt werden.

Auch gegenüber Versicherungsunternehmen, welche Kredite anbieten, kann dieser Anspruch auf Rückzahlung der Bearbeitungsgebühren geltend gemacht werden. Es gelten hier die gleichen Regeln. Aber auch Kunden eines Immobilienkredites oder eines Darlehens der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können aktiv werden und ihr Geld zurückverlangen. Zwar ist es bislang noch umstritten, ob es diese Kredite auch betrifft, doch wird im nächsten Jahr mit einer höchstrichterlichen Entscheidung gerechnet. Der Clou an der Sache: Nur wer seine Ansprüche vor Ablauf der Frist angemeldet hat, kann damit rechnen, Geld zurückzubekommen. Auch hier gilt die Verjährungsfrist Ende dieses Jahres.

Wie sichere ich meine Ansprüche?

Ihre Ansprüche machen Sie am besten auf dem postalischen Wege, sicherheitshalber per Einschreiben, geltend. Fordern Sie das Kreditinstitut auf, die zu Unrecht erhobenen Bearbeitungsgebühren an Sie zurückzuerstatten. Unbedingt beachten müssen Sie dabei, dass Sie dem Institut eine Frist setzen, welche nicht zu kurz sein darf. Zwei Wochen sollten ausreichend sein, mit drei Wochen sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite. Außerdem sollten Verbraucher nicht damit rechnen, dass ihre Institute sich bei ihnen melden, um über die neue Rechtslage zu informieren.

Was mache ich, wenn die Bank nicht zahlen will?

Da viele Ansprüche zum Ende des Jahres verjähren, kann es vorkommen, dass Kreditinstitute trotz gesetzter Frist versuchen auf Zeit zu spielen und nicht auf die Rückforderung reagieren. Wenn dies der Fall sein sollte, wenden sich Kunden an den Ombudsmann, die Schlichtungsstelle der Banken. So kann eine nahende Verjährung gehemmt werden.

Für den Kunden ist das Verfahren vor den Schlichtungsstellen der einzelnen Verbände völlig risikofrei und kostenlos. Der Schlichtungsvorschlag ist für den Verbraucher nicht bindend, für das Kreditinstitut hingegen kann es binden sein. Ob bindend oder nicht hängt von der Verfahrensordnung der Verbände ab. Jedem Verbraucher steht nach einer Schlichtung auch noch der Weg zu den ordentlichen Gerichten offen.



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